Transalp Oberstdorf - Comer See: Der Weg

Alpencross 2005

In sieben Etappen von Oberstdorf zum Comer See. Wer neugierig auf die Fotos ist, schaut am besten gleich hier.


Prolog (17.8.2005). Von Bingen und Ingelheim führt uns der Weg nach Oberstdorf. Eine Direktverbindung der Deutschen Bahn - prima Fahrradabteil ab Mainz inklusive - ermöglicht uns einen genüssliche Hinfahrt. Wir übernachten im Landgasthof Weiler, nicht weit vom Bahnhof.
Oberstdorf - Dalaas (18.8.2005). Bei schönstem Sonnenschein führt der Weg durch das Rappenalpental zum Schrofenpass. Eine Stunde Schieben und Tragen - auch die Passage der legendären Aluleiter - bringen uns auf knapp 1700 m Höhe. Ein Stück bergab noch schieben und wir erreichen den fahrbaren Weg nach Lechleiten. Über Warth - wo wir Mittagspause machen - geht es auf der Straße nach Lech. Der Aufstieg zur Freiburger Hütte (1931 m) ist steil, aber voll fahrbar. Hinab geht es nach Dalaas. Donnergrollen beschleunigt unseren Abstieg. Wir fahren die ersten 200 m hinab. Dann endet jäh der breite Weg an einem privaten Anwesen, und ein Pfad führt hinunter in den Ort. Schieben ist angesagt. Dieser Abstieg nervt! Dafür entschädigt die Übernachtung im Hotel Post ... (ca. 57 km, 1600 Hm)
Dalaas - Zeinisjoch (19.8.2005). Am nächsten Morgen regnet es nicht. Hinauf geht es die 600 Höhenmeter zum Kristbergsattel, steil aber gut befestigt. Ein kurzer Stopp an der Jausenstation Hasahüsli, bevor wir weitereilen. Es ist Gewitter angesagt. Durch das Silbertal führt zunächst ein breiter Schotterweg. Er mündet in einen moorigen Pfad zum Langen See und weiter zum Silbertaler Winterjöchle (1945 m). Der Weg bis hierher ist so sumpfig und steinig, dass wir trotz der geringen Steigung etwa 1,5 h schieben und tragen mussten. Die herrliche Landschaft entschädigt für die Plackerei! Wir überqueren die Rosanna und fahren aufwärts durch das Schönverwalltal. Der Aufstieg zur Neuen Heilbronner Hütte (2308 m) enthält "grottige" Tragepassagen. Ohne Rast begeben wir uns abwärts. Am Kops Stausee entlang erreichen wir das Zeinisjoch und übernachten im Alpengasthof Zeinisjoch. (ca. 44 km, 2200 Hm)
Zeinisjoch - Sur En (20.8.2005). Es regnet Bindfäden. Wir überlegen, ob wir losfahren oder bleiben sollen, doch der Wetterbericht verheißt keine Besserung. Auf Radweg und Straße geht es durch Galtür nach Ischgl. Steil geht es auf einer Straße hinauf in das Fimbatal. Sie mündet weiter oben in einen Schotterweg zur Heidelberger Hütte. Eine Stunde schieben wir durch den Schnee zum Fimberpass (2608 m). Noch etwas Schieben ins Val Chöglia und wir rollen auf Trails hinab ins Engadin bis nach Sur En. Wir übernachten in der Pensiun Lischana. (ca. 52 km, 1200 Hm)
Sur En - Burgeis (21.8.2005). Nebel und Regen begleiten uns vorbei an der Alp Uina Dadaint bis in die legendäre Schluchtgalerie des Val d'Uina, die nur schiebend zu bewältigen ist. Wir sind kaum schneller als die Wanderer, die wir unterwegs treffen. Über den Schlinigpass (2295 m) betreten wir Südtirol. Die Sesvennahütte lassen wir rechts liegen und eilen durchgefroren zu Tal. Nass erreichen wir die Pension St. Stefan in Burgeis, wo wir übernachten. (ca. 25 km, 1200 Hm)
Burgeis - Lago di Cancano (22.8.2005). Hinab geht es ins Münstertal und Richtung Ofenpass. Wir überqueren von neuem die Schweizer Grenze und biegen hinter Santa Maria in das Val Mora ein. Auch heute holt uns der Regen ein und wir pausieren an einem Hof ein wenig abseits des Hauptweges. Auf grandiosen Trails erreichen wir den Lago di San Giacomo und den Lago di Cancano - zwei Stauseen in der Nähe von Livigno. Wir suchen Unterschlupf in einem Albergo in Seenähe. (ca. 50 km, 1250 Hm)
Lago di Cancano - Caiolo (23.8.2005). Auf einer Piste fahren wir zum Passo Torri di Fraele und durchs Valle di Foscagno nach Arnoga. Wir nehmen den Weg durchs Val Viola Bormina zum Rifugio Val Viola - einer ehemaligen Kaserne in 2355 m Höhe. Hinter der Hütte führt ein ehemaliger Militärweg zum Pass da Val Viola (2489 m). Er ist fast immer fahrbar. Hinab heißt es allerdings, das Bike zu schieben und zu heben. Bei nassem Wetter nicht ganz ungefährlich! Vom Lago Val Viola führt ein Trail zur Alpe Campo. Eine Piste bringt uns zum Gasthof Sfazu. Als wir auf die Straße treffen, nehmen wir den direkten Weg - erst Asfalt, dann Schotter - hinunter nach Poschiavo. In rascher Fahrt geht es hinunter in das Veltlin (Valtellina). Die Suche nach dem Fahrradweg entlang des Flusses kostet Zeit. Nicht überall stimmen die Einträge auf der Karte. Wir bewegen uns nach Westen und übernachten in Caiolo, einem kleinen Ort abseits der Hauptstraße. (ca. 100 km, 1200 Hm)
Caiolo - Gravedona am Comer See (24.8.2005). Wir gönnen uns eine Pause in Morbegno. Zumeist auf Nebenstraßen erreichen wir Colico am Comer See. Mit dem Schiff setzen wir nach Gravedona über. (ca. 40 km, 100 Hm)
Epilog (25.8.2005). Die letzte Etappe von Gravedona über den Passo San Jorio nach Bellinzona muss entfallen. Wir erfahren, dass die Unwetter der letzten Tage den St. Gotthard für Auto und Bahn unpassierbar gemacht haben. Auch weite Teile des zurückliegenden Weges sind nicht mehr befahrbar. Da unser Direktzug Bellinzona - Mainz nicht fährt, bewegen wir uns mit dem Rad zurück nach Colico. Über Mailand und den Simplonpass schlagen wir uns mit der Bahn bis nach Mannheim durch. Sechsmal umsteigen, bitte! Nachts um 1 Uhr fährt hier allerdings kein Zug mehr weiter. Hier hilft nur der private Abholservice ...

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